Testbericht: MEC AV4m Akku-Ladegerät

MEC AV4m Akku-Ladegerät

Preis: ca. 55 €

Erhältlich auch unter dem Namen IVT AV 4.

Eigenschaften

  • Laden von bis zu 4 Akkus: AA oder AAA, auch beliebig gemischt
  • für NiCd und NiMH-Akkus
  • -ΔU – Abschaltung (nicht Peak Voltage Detection, wie das bei einigen Händlern fehlerhaft angegeben ist!)
  • 4 unabhängige Ladeschächte mit Einzelschachtüberwachung
  • Temperaturüberwachung für jeden Ladeschacht, Ladeabschaltung bei Temperaturen über ca. 52°C
  • Sicherheitstimer: max. 6,5 Stunden Ladezeit, danach Abschaltung
  • nach Ladeende Umschalten auf Erhaltungsladung
  • Ladeströme: 700/900/1200 mA bei AA-Akkus; 250/400/600 mA bei AAA-Akkus
  • Entladefunktion (ca. 475 mA)
  • Kapazitätsbestimmung beim Entladen
  • Cycle-Funktion: wiederholtes Laden/Entladen bis keine Kapazitätszunahme mehr
  • Weitbereichs-Netzteil: 100-240V AC 50/60Hz
  • 12 VDC-Eingang zum Betrieb über den mitgelieferten Stecker für den Kfz-Zigarettenanzünder

mein Testfazit

+ sehr einfache und unkomplizierte Bedienung
+ unterschiedliche Programme für jeden Akku wählbar
+ kleines und kompaktes Gerät
+ Behandlung tiefentladener Akkus
Ladeströme nur für alle Akkus gleichzeitig wählbar (aber zumindest automatisch kleinerer Ladestrom bei AAA-Zellen)
hohes Fiepen bei niedrigem Ladestrom

einfaches Laden von Akkus

Wenn man Akkus im AV4m einfach nur vollladen will, dann geht das absolut einfach: ins Ladegerät legen, das Laden der Akkus startet dann automatisch. Eingelegt werden können beliebig viele Akkus, auch verschiedene Typen und Baugrößen gemischt, auch der Ladezustand ist egal. Die vier Ladeschächte sind völlig unabhängig voneinander.

Angezeigt wird der Ladevorgang im Display durch einen nach oben laufenden Balken, darüber wird die bisher eingeladene Kapazität in Amperestunden (Ah) angezeigt. Die linke Anzeige ist übrigens für den im oberen Schacht eingelegten Akku zuständig, die Anzeige ganz rechts für den Akku unten. Anfangs hat mich das manchmal verwirrt, wenn ein Akku bereits fertig war und ich diesen entnehmen wollte, aber nicht wusste, welcher jetzt der richtige ist.

Was man beim Einlegen der Akkus beachten sollte, ist ggf. die Einstellung des Ladestroms. Dieser kann mit einem dreistufigen Schalter an der Seite eingestellt werden. Beschriftet ist dieser mit S, M und L, was jeweils einem bestimmten Ladestrom entspricht:

Ladestrom bei S M L
AA-Akkus 700 mA 900 mA 1200 mA
AAA-Akkus 250 mA 400 mA 600 mA

Als kurze Randbemerkung übrigens: das AV4m lädt nicht mit einem konstanten Ladestrom, sondern immer 0,75 s mit einem etwas höheren Wert, als den oben angegebenen, dann wird für 0,25 s das Laden gestoppt, um die Akkuspannung zu messen. Im Mittel ergeben sich dann die o.g. Ströme.

Ob AA (Mignon) oder AAA (Micro)-Akkus eingelegt sind, erkennt das AV4m selbst, da die kleineren AAA-Akkus etwas tiefer im Gerät liegen und am Minuspol über einen anderen Kontakt die Verbindung hergestellt wird. Eine gute Lösung, denn so kann es nicht passieren, dass man mit einem völlig unpassenden Ladestrom lädt. der Ladestrom in der Stellung S entspricht ungefähr 0,3 C, wenn man von Akkus mit einer typischen Kapazität ausgeht. Weniger wäre auch nicht empfehlenswert, weil bei zu niedrigen Ladeströmen die -ΔU-Abschaltung nicht mehr zuverlässig funktioniert. Auch die höchsten Ladeströme in der Stellung L sind andererseits nicht zu hoch gewählt, was den Akku sonst auf Dauer schädigen könnte. Wenn man sicher gehen will, wählt man am ehesten die niedrigste Stufe. Wenn es mal beim Laden schneller gehen soll, kann man aber auch die höheren Stufen wählen. Nur wenn die Akkus wirklich heiß werden (warm ist ok), sollte man das lieber unterlassen, um die Akkus nicht zu schädigen. Zwar besitzt das AV4m eine Temperaturüberwachung für jeden Ladeschacht, die oberhalb von ca. 52°C das Laden beendet, aber möglicherweise ist der Akku dann eben noch nicht voll.

Welche Ladezeiten man etwa erwarten kann, hier am Beispiel eines Eneloop-Mignonakkus mit 2000 mAh Kapazität. Bei AAA/Micro-Akkus kommt man aufgrund der geringeren Ladeströme und Kapazitäten auf Ladezeiten in ähnlichen Größenordnungen.

ungefähre Ladezeit
Stufe S 3 Stunden
Stufe M 2 Stunden 20 Minuten
Stufe L 1 Stunden 45 Minuten

Wenn der Akku voll geladen ist, erkennt das AV4m dies automatisch. Wie alle hochwertigen Ladegeräte arbeitet es mit dem -ΔU-Verfahren. Dabei wird die Akkuspannung während dem Ladevorgang überwacht. Wenn der Akku fertig geladen ist, sinkt die Akkuspannung wieder leicht ab. Das Ladegerät erkennt daran, dass der Akku fertig geladen ist und stoppt den Ladevorgang. Danach wird auf Erhaltungsladung umgeschaltet, also mit sehr kleinem Strom weitergeladen. Das schadet den Akkus nicht, gleicht aber die Selbstentladung aus. Auf der anderen Seite könnte man in Zeiten von LSD-Akkus auch gut darauf verzichten…

Sicherheitshalber ist übrigens auch noch ein Timer integriert, der den Ladevorgang nach 6,5 Stunden beendet, wenn das Ladeende noch nicht detektiert wurde. Zwar dürften dann im Fall des Falles Akkus ohnehin bereits irreparabel geschädigt sein, aber zumindest verhindert das möglicherweise schlimmeres. Vorgekommen tut das aber normalerweise ohnehin nicht.

Nach dem Ladeende wird dies im Display mit einem “vollen” Akku dargestellt. Zusätzlich werden immer im Wechsel die eingeladene Kapazität und die Ladezeit angezeigt.

Was beim Laden leider noch auffällt, insbesondere in der niedrigsten Ladestufe: ein beständiges Fiepen des Ladegerätes. Empfindliche Gemüter könnte das stören. Für’s Schlafzimmer ist das Ladegerät definitiv nichts.

Entladen und Kapazitätsbestimmung

Zusätzlich zum einfachen Laden der eingelegten Akkus kann das AV4m aber noch einiges mehr. Dazu befinden sich im oberen Teil drei kleine Taster:

  • Capacity [Ah]
  • Select Cell
  • Discharge/Cycling

Die erste wichtige Funktion ist das Entladen eines Akkus. Dabei wird der Akku mit einem konstanten Strom entladen (475 mA bei AA-Zellen, 180 mA bei AAA-Zellen). Das Entladen startet man nach Einlegen der Akkus einfach durch einen kurzen Druck auf Discharge/Cycling.

Wichtig ist die Entladefunktion vor allem zur Kapazitätsbestimmung. Zwar wird auch beim Laden die eingeladene Kapazität angezeigt, aber leider kann man einem Akku durch auftretende Verluste immer weniger entnehmen, als man vorher hereingeladen hat. Um die Kapazität eines Akkus zu bestimmen, lädt man den Akku daher erst einmal voll und startet danach die Entladefunktion.
Während des Entladevorganges wird im Display angezeigt, welche Kapazität dem Akku bereits entnommen wurde. Nach Beenden des Entladevorganges wird der Akku automatisch vollgeladen. Ist der Ladevorgang beendet, wird der Energy Index angezeigt (siehe unten). Um während des Ladevorganges oder nach dessen Beendigung zu sehen, welche Kapazität dem Akku während des Entladevorganges entnommen wurde, drückt man die Capacity -Taste.

Auch wen die tatsächliche Kapazität seiner Akkus weniger interessiert, sollte die Kapazitätsbestimmung gelegentlich mal durchführen. Denn gemeinsam in einem Gerät sollte man immer nur Akkus etwa gleicher Kapazität verwenden (siehe auch richtige Verwendung von Akkus).

Cycle-Modus

Neben der einfachen Entladefunktion gibt es auch noch den Cycle-Modus. Diesen startet man durch einen langen Druck auf Discharge/Cycle. In diesem Modus wird der Akku immer wieder entladen und geladen, bis sich die Kapazität nicht mehr verbessert. Angezeigt wird der Cycle-Modus durch ein Kreislaufsymbol. Sobald beim Entladen keine höhere Kapazität gegenüber dem letzten Entladevorgang festgestellt wird, verschwindet das Kreislaufsymbol und der Akku wird noch einmal vollgeladen. Ist das beendet, wird wieder der Energy-Index (s.u.) angezeigt. Durch Druck der Capacity -Taste bekommt man die zuletzt entladene Kapazität angezeigt.

Den Cycle-Modus sollte man grundsätzlich bei neuen Akkus einmal durchführen, damit diese ihre volle Kapazität erreichen. Aber auch sonst sollte dieser Modus gelegentlich durchgeführt werden. Friedrich Mössinger empfiehlt beispielsweise 2-5 mal pro Jahr für LSD-Zellen und einmal monatlich für klassische Akkus mit hoher Kapazität.

Für den Cycle-Modus sollte man übrigens viel Zeit einplanen. Im Extremfall kann es auch mal mehrere Tage dauern, bis dieser abgeschlossen ist.

Einzelschachtauswahl

Für die oben beschriebene Entladefunktion und den Cycle-Modus gilt: beim Drücken der entsprechenden Tasten wird das entsprechende Programm für alle eingelegten Akkus gestartet. Man kann jedoch auch für jeden Akku unterschiedliche Programme laufen lassen! Dazu drückt man die Select Cell Taste. Danach blinkt die Anzeige des ersten Akkuschachtes. Nach nochmaligem Drücken der zweite Schacht usw. Blinkt ein Schacht, so ist dieser ausgewählt. Die nächste Aktion (Starten von Entlade- oder Cycle-Modus) wird dann nur für den gewählten Schacht ausgeführt.

was bedeutet der Energy-Index?

Der Energy-Index wird zum Ende eines Entlade- oder Cycle-Vorganges bei jedem Akku angezeigt. Er soll dem Vergleich der einzelnen Akkus dienen.
Berechnet wird der Energy-Index dabei aus den Ladezeiten der Akkus. Der Akku mit der längsten Ladezeit erhält den Index 1.00. Die weiteren Akkus erhalten kleinere Werte, wenn ihre Ladezeit geringer ist.
Übermäßig hilfreich ist der Index-Wert bei genauerer Betrachtung leider nicht. Denn wichtig ist nicht die Ladezeit/eingeladene Kapazität, sondern die Entladekapazität. Und gerade bei schlechteren Akkus, die vielleicht schon einen erhöhten Innenwiderstand haben, kann sich das Verhältnis zwischen eingeladener Kapazität und Entladekapazität leider stark von Akku zu Akku unterscheiden.
Ich würde daher dazu raten, den Energy Index komplett zu ignorieren. Stattdessen sollte man durch Drücken der Capacity -Taste nach dem Entladen/Cyclen die Entladekapazität der einzelnen Akkus abrufen und vergleichen. Nur daraus lassen sich sinnvolle Rückschlüsse darauf ziehen, ob sich Akkus in der Realität ähnlich verhalten und zu einem Akkusatz zusammengefasst werden sollten.

Fehlererkennung und Erkennung beschädigter Akkus

Werden tiefentladene oder defekte Akkus eingelegt, so erkennt das AV4m dies. Tiefentladene Akkus werden formiert, indem sie mit kurzen Stromimpulsen behandelt werden. Währenddessen wird For im Display angezeigt. Kann der Akku nicht mehr reaktiviert werden, wird im Display Err angezeigt. Bei Akkus mit zu hohem Innenwiderstand zeigt das Gerät bAd an.

Bei mir hat der Umgang des AV4m mit problematischeren Akkus bisher immer gut funktioniert. Selbst sehr alte NiCd-Akkus, die jahrelang nicht in Benutzung waren konnte das AV4m noch reaktivieren. Aber Wunder bewirken kann das Gerät hier leider auch nicht mehr. Selbst nach mehreren Cycle-Behandlungen betrug die Kapazität nur noch einen Bruchteil des Nennwertes. Das war allerdings auch nicht anders zu erwarten…

Fazit

+ sehr einfache und unkomplizierte Bedienung
+ unterschiedliche Programme für jeden Akku wählbar
+ kleines und kompaktes Gerät
+ Behandlung tiefentladener Akkus
Ladeströme nur für alle Akkus gleichzeitig wählbar (aber zumindest automatisch kleinerer Ladestrom bei AAA-Zellen)
hohes Fiepen bei niedrigem Ladestrom

Das AV4m von MEC hat sich nach ausprobieren mehrerer Ladegeräte als mein Favourit herausgestellt. Das AV4m erfüllt alle wichtigen Eigenschaften, die ich an ein Ladegerät stelle: –ΔU Abschaltung, Einzelschachtüberwachung, Temperaturüberwachung und Kapazitätsermittlung. Was mir außerdem sehr gut gefällt, ist die sehr einfache und unproblematische Bedienung. Das ist gerade im Alltag nicht zu unterschätzen. Als kleiner Wermutstropfen bleibt nur, dass sich damit nur die gängigen Micro- und Mignonakkus laden lassen. Aber da das ohnehin die mit Abstand am meisten genutzten Akkus sind, dürfte das für die meisten verschmerzbar sein.

Bezugsquellen:


Kommentare

  1. Amgee

    Hallo zusammen, hallo Stefan,

    erst mal vielen Dank für deine Tests, diese helfen einem absoluten Neuling wie mir echt weiter, sich in der Flut an Ladegeräten und Akkus zurecht zu finden. Hatte noch nie zuvor von diesen enelops gehört, aber klingt genau wie das, was ich brauche. Dazu brauche ich natürlich auch ein gutes Ladegerät. Dieses hier, das MEC-Energietechnik AV4M Diagnoseladegerät, liest sich toll und wenn ich damit sogar die Gesamtkapazität neuer Akkus auf’s Maximum bringen kann, sollte ich es mir wohl holen.

    Leider sieht es so aus, als wäre dieses Ladegerät nicht mehr verfügbar.

    Nur noch Amaz. hat eine Version davon, diese liegt aber bei 83 Euro.

    Auch die angegebenen 55 sind mir eigentlich zu viel. Im konkreten Anwendungsfall würde ich die Akkus und das Ladegerät als “Dreingabe” für ein ferngesteuertes Auto für meinen Neffen schenken. Da läppert sich das Ganze natürlich irgendwann auf einen sehr hohen Betrag.

    Daher die schlichte Frage: Welches einfachere Ladegerät würde mir elenop-Akkus auch mit einer Art Cycle-Modus verbessern und auch ansonsten gut laden. Welches wäre dazu noch leichter zu bedienen und wenn möglich nicht ganz so teuer sowie derzeit verfügbar? Ich wäre für ne Antwort echt sehr dankbar.

    Danke und viele Grüße, Amgee!

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